Schildkrötenkrankheiten – Was tun wenn die Schildkröte krank ist?

Wenn Schildkröten krank sind, bemerkt man das nicht unbedingt. Deswegen ist es sehr wichtig, genau darauf zu achten, ob zum Beispiel das Verhalten der Schildkröte anders ist oder es sonst irgendwelche Auffälligkeiten gibt. Hier findest du einen guten Ratgeber, in dem nicht nur die häufigsten Schildkröten Krankheiten dargestellt, sondern auch Tipps gegeben werden, wie man der Schildkröte Medikamente verabreicht, wie man Kotproben nimmt oder was man beim Gang zum Tierarzt beachten muss.

Regelmäßiger Gesundheits-Check bei Schildkröten

Es ist sehr wichtig, dass du die Schildkröte regelmäßig auf Krankheiten und Auffälligkeiten untersuchst. Hierfür ist es notwendig, dass du mindestens einmal in der Woche Panzer, Haut, Gesicht, Hinterbeine und die Krallen genau inspizierst.

Nicht immer jedoch ist dort etwas zu sehen. Deswegen solltest du auch darauf achten, ob es irgendwelche Auffälligkeiten beim Kot gibt. Ebenso können Verhaltensänderungen auf eine Schildkröten Krankheit hindeuten. Auf jeden Fall sollte eine solche Veränderung oder Auffälligkeit immer ernst genommen werden.

Kotproben nehmen

Mindestens ein Mal im Jahr solltest du eine Kotprobe der Schildkröte beim Tierarzt untersuchen lassen. So lassen sich Krankheiten schnell finden und auch Parasiten können schnell entdeckt und dann behandelt werden.

Hierfür musst du in einem Zeitraum von etwa einer Woche den Kot der Schildkröte in Stuhlröhrchen oder einem ähnlichen Gefäß sammeln. Anschließend gibst du etwas Wasser dazu, damit der Kot nicht austrocknet. Nun wird das Gefäß mit der Kotprobe wieder verschlossen und an einem Ort mit etwa 10 Grad gelagert, bis du die Probe beim Tierarzt abgibst. Die letzte Kotprobe der Schildkröte sollte dann frisch sein – am besten vom Tag, an dem du zum Tierarzt gehst.

Wenn du die Kotproben nicht beim Tierarzt abgibst, sondern direkt an ein Institut schickst, musst du die Proben beschriften und außerdem Unterlagen beilegen, welche deine Adresse, die Schildkrötenart und das Alter der Schildkröte beinhalten. Außerdem solltest du anmerken, ob die Schildkröte einzeln gehalten wird, welches Futter sie bekommt, ob es Auffälligkeiten gibt, nach etwas Bestimmtem gesucht werden soll und um welche Art von Kotproben (frisch oder Sammelprobe) es sich handelt.

Sofern der Kot auf Hexamiten untersucht werden soll, solltest du zusätzlich noch eine frische Urinprobe mitschicken, denn dort können Hexamiten definitiv nachgewiesen werden.

Der Gang zum Tierarzt

Abgesehen davon, dass der Kot deiner Schildkröte mindestens ein Mal im Jahr überprüft werden sollte, sollte auch der Gang zum Tierarzt nicht gescheut werden, sofern dies nötig ist. Gehe lieber ein Mal umsonst mit der Schildkröte zum Tierarzt, als zu lange zu warten und das Leben der Schildkröte zu riskieren!

Bereits vor dem Kauf einer Schildkröte solltest du dich deswegen darüber informieren, wo du einen geeigneten Tierarzt in deiner Nähe finden kannst. Besonders wichtig ist, dass dieser auf Reptilien spezialisiert ist, denn nur dann kann er deiner Schildkröte schnell helfen.

Bevor du nicht mit einem Tierarzt gesprochen hast, der sich mit Schildkröten auskennt, solltest du der Schildkröte niemals irgendwelche Medikamente geben. Eine Therapie muss immer mit dem behandelten Arzt abgesprochen werden. Für den Gang zum Tierarzt gilt dann, dass die Schildkröte so wenig Stress wie möglich ausgesetzt werden sollte. Kümmere dich rechtzeitig um eine Transportbox, die auch mit Wasser und etwas Futter ausgestattet sein sollte.

Verabreichung von Medikamenten

Wenn deine Schildkröte krank ist und der Tierarzt ihr Medikamente verordnet hat, liegt es an dir, ihr diese zu verabreichen. Leicht hast du es dann, wenn die Schildkröte noch einen halbwegs normalen Appetit hat, denn dann kannst du die Medikamente unter das Lieblingsfutter mischen. Ansonsten wird es für dich etwas schwieriger:

Wurden der Schildkröte flüssige Medikamente in einer geringen Dosis verschrieben, solltest du das Medikament auf zwei Gurkenscheiben, Tomaten oder andere Leckerlis tropfen und diese dann zusammenklappen. Anschließend gibst du es deiner Schildkröte.

Wenn die Schildkröte Pulver einnehmen muss, kannst du ebenfalls zwei Scheiben Gurke oder andere Leckerlis nehmen und dieses zwischen die zwei Scheiben geben. Bei Tabletten wirst du es am schwersten haben. Versuche einfach mal, der Schildkröte ein richtig großes Leckerli vor die Nase zu halten, in deiner anderen Hand hältst du schon die Tablette. Sobald die Schildkröte den Mund aufmacht, schiebst du zuerst die Tablette und anschließend das Leckerli rein. Oder du wickelst die Tablette in ein Blatt Salat ein und gibst es der Schildkröte.

Verschiedene Krankheiten und deren Ursachen

Nachfolgend findest du die häufigsten Krankheiten und mögliche Ursachen bei Schildkröten. Selbst wenn du denkst, dass es sich bei der Ursache um die harmloseste handelt, solltest du in jedem Fall den Tierarzt kontaktieren und entsprechende Untersuchungen vornehmen lassen. Manchmal entpuppen sich nämlich harmlose Symptome als Frühboten einer schlimmen Krankheit.

Krankheiten am Panzer

Rachitis

Der Panzer der Schildkröte fühlt sich sehr weich an oder er ist im hinteren Drittel eingesackt. Dann kann es sein, dass deine Schildkröte eine Knochen- und Panzererweichung hat. Diese entsteht meisten durch zu wenig eingelagertes Kalizium und UVB-Mangel.

Panzernekrose

Du erkennst diese Krankheit daran, dass die Hornschilde verfärbt sind. Verursacht wird dies durch Bakterien, die durch falsches oder zu nasses Substrat entstehen können.

Pilzerkrankung

Wenn du Flecken auf dem Panzer der Schildkröte entdeckst, könnte dies auf eine Pilzerkrankung hindeuten. Diese entsteht durch eine zu feuchte Haltung.

Verletzungen am Panzer

Sie können entstehen durch das Aufreiten anderer Artgenossen, aber auch durch scharfe Kanten im Gehege, sowie einen Unfall.

Rotfärbung am Panzer

Bemerkst du diese Auffälligkeit bei deiner Schildkröte, dann ist dafür entweder zu saures Substrat, eine Blutvergiftung oder ein Bluterguss verantwortlich.

Krankheiten an Kopf oder Gliedmaßen

Nasenausfluss

Nasenausfluss kann durch unterschiedlichste Ursachen auftreten. Es ist zum Beispiel möglich, dass sich die Schildkröte erkältet hat, weil Zugluft oder falsche Temperaturen im Gehege herrschen. Es kann aber genauso gut sein, dass die Schildkröte eine Lungenentzündung hat, insbesondere dann, wenn der Nasenausfluss mit einem pfeifenden und schwerfälligen Atmen einhergeht. Auch Infektionen und Fremdkörper in der Nase können für diese Krankheit verantwortlich sein.

Zungenbelag

Es kann sich hierbei um eine harmlose Ablagerung oder Verfärbung handeln, die durch Pflanzen entsteht. Da aber ebenso eine Herpesinfektion dafür verantwortlich sein kann, sollte in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.

Zu lange Hornschneiden

Entstehen durch eine zu weiche Ernährung.

Erbrechen

Wenn sich die Schildkröte erbricht, kann dies auf einen hochgradigen Wurmbefall oder einen Darmverschluss hindeuten.

Kranke Augen

Bei geschwollenen Augenlidern, feuchten oder tränenden Augen kann ein Fremdkörper im Auge ebenso als Ursache ausfindig gemacht werden wie eine Augeninfektion. Sind die Augen eingefallen, deutet dies auf eine zu trockene Haltung hin.

Augentrübung

Bei einer Augentrübung ist meistens der Abstand des UV-Strahlers zur Schildkröte zu gering.

Hinterbeine geschwollen

Sind die Hinterbeine geschwollen oder die Schildkröte zieht ihre Beine nach, kann dies mehrere Ursachen, wie zum Beispiel eine Gichterkrankung, Nierenprobleme, Verletzungen oder Einzellerbefall, haben.

Zu lange Krallen

Die Schildkröte hat nicht die Möglichkeit, diese abzunutzen.

Hautablösung

Es kann sein, dass es sich um eine normale Häutung handelt (daran zu erkennen, dass die Haut, welche darunter sichtbar wird, trocken und grau ist), aber auch eine Überdosierung von Vitamin A kann hierfür verantwortlich sein.

Ausscheidungen

Durchfall

Parasitenbefall und eine falsche Ernährung mit zu viel Obst und Gemüse kommen für diese Auffälligkeit in Frage.

Verstopfung

Eine Verstopfugn kann sehr gefährlich sein und sollte von einem Tierarzt untersucht werden. In Frage kommen Parasitenbefall, eine falsche Haltung (zu kalt), Fremdkörper im Verdauungstrakt und Flüssigkeitsmangel.

Verfärbter Urin

Bei einer bräunlich-orangenen Färbung kann es sein, dass die Schildkröte zu viel Löwenzahn gefressen hat. Eine gelbe oder grünliche Verfärbung kann hingegen lebensbedrohlich sein und muss von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Verhaltensauffälligkeiten

Nahrungsaufnahme wird verweigert

Dies kann daran liegen, dass die Temperaturen im Gehege zu niedrig sind. Aber auch eine Verstopfung, ein Fremdkörper im oberen Verdauungskanal sowie die Tatsache, dass eine weibliche Schildkröte kurz vor der Eiablage steht, kann dafür verantwortlich sein.

Orientierungslosigkeit

Wenn das Tier unkoordinierte Bewegungen macht, deutet dies auf eine Vergiftung hin.

Viel Durst

Bei einer sehr großen und häufigen Wasseraufnahme hat die Schildkröte wahrscheinlich Probleme mit den Nieren.